Über das Projekt

Marie-Luise Scherer

DIE HUNDEGRENZE

Bühnenfassung von Christian Georg Fuchs

Die Inszenierung DIE HUNDEGRENZE basiert auf der gleichnamigen Reportage von Marie-Luise Scherer, die erstmals in DER SPIEGEL 6/1994 erschien.
Sie handelt von dem Mischlingsrüden „Alf“ und dessen Verwendung als Wachhund an der innerdeutschen Grenze der DDR im Abschnitt Pösenitz – Boitzenburg ab dem Jahr 1985.
Neben dem Schicksal des Hundes widmet sich DIE HUNDEGRENZE auch den Züchtern, Soldaten und Grenzanwohnern, die dem Hund begegneten.

Fassung für Figurentheater

Das Figurentheater ist besonders geeignet diese literarischer Reportage, bei der ein Tier im Mittelpunkt steht, in Szene zu setzen:
• Der Trassenhund „Alf“ wird eine Hunde-Puppe sein, etwa halb so groß wie ein Schäferhund.
• Diese Puppe wird von zwei Puppenspielern geführt, die zugleich die verschiedenen Männer darstellen, die dem Hund begegnen.

Inhaltliche Zielstellung

Im Text und in der Inszenierung geht um Grenzen und wie sie ihre Bewohner und Bewacher prägen. Im diesem Fall geht es um das Grenzregime der DDR. Die Hunde sind darin nur das letzte Glied eines paranoiden Systems von Abschottung, Bedrohung und Überwachung. 
Die Hunde erscheinen uns zugleich gefährlich und hilflos. In ihnen erkennen wir uns wieder. In ihrer Existenz an der Grenze wird Menschen-Gewalt spürbar, aber auch Menschen-Hoffnungslosigkeit. Gewalt und Hoffnungslosigkeit gehen mit jedem Grenzregime einher, sei es die Innerdeutsche Grenze, die mexikanisch-amerikanische Grenze oder die Außengrenze der Europäischen Union.

Künstlerische Zielstellung

Das Projekt möchte beweisen, dass Figurentheater gerade durch seine Fähigkeit starke Gefühle durch konzentrierte Form hervorzurufen, schlagend politisch sein kann. Im Zentrum steht ein Tier, das bringt ein komplexes Thema zur unabweislich sinnlichen Anschauung.

Die Inszenierung richtete sich an Erwachsene und Schüler ab Jahrgangsstufe 9, sie ist Klassenzimmer-tauglich und gastspielfähig.